Wer hätte das gedacht? Die Email ist nicht nur deutlich älter als ich, sie hat auch schon auch wie jeder von uns viele Veränderungen durch gemacht. Denn geht man von ihrem genauen Geburtsdatum aus, das ähnlich wie bei der Geburt von Jesus und vielen anderen Online Diensten, leider nur geschätzt werden kann, wird sie dieses Jahr schon ganze 45 Jahre alt. Ein runder Geburtstag also. Zeit für die Midlife Crisis?

Email in der Midlife Crisis?

Betrachtet man die E-Mail als Mensch so hat sie sich doch ordentlich entwickelt. Anfangs war sie noch ein unkoordinierter Buchstabenwirrwarr, den nur die wenigen verstanden die sich rund um die Uhr mit ihr beschäftigten. Schon mit 4 kamen jedoch die ersten Sprünge: es wurde mit Mailinglisten gearbeitet und somit mehr Menschen einbezogen. Eine einfachere Vorschau des Inhalts wurde ebenfalls ermöglicht. Weniger Pflege und Verwaltungsaufwand zum erstellen und versenden einer E-Mail war somit erreicht. Mit 8 war dann der Beginn der emotionalen Entwicklung: der Smiley war geboren. Die Pubertät führte die E-Mail in viele Länder rund um den Globus– so auch nach Deutschland mit 13. Eine erste Identitätskrise dürfte die Email schon in der Quarter-Life Crisis ereilt haben: mit 23 wurde die dunkle Seite der Macht, äh der E-Mail, sichtbar: Massenmails breiteten sich aus, Anhänge konnten plötzlich Computerviren verbreiten und das Wort SPAM kam in den Sprachgebrauch. Dann war es lange sehr still und die E-Mail besann sich auf ihre Ursprünge und den Zweck ihres Daseins: Kommunikation vereinfachen und Informationen vermitteln. Und nun vor wenigen Jahren änderte sie dann doch erneut das Erscheinungsbild: es wird ernst. Regularien und Standards werden eingehalten um im Posteingang zu landen und ein neuer Look (mobil optimiert) sorgt für Furore.

Als nun jüngere Versionen der Online Kommunikation auftauchten haben wir sie immer wieder für veraltet befunden, doch weder der Chat noch die SMS oder das Forum haben der E-Mail so wirklich das Wasser reichen können und so viele Menschen erreicht.

An dieser Stelle gratuliere ich ihr also herzlich nachträglich zum Geburtstag und hoffe doch, dass die bevorstehende Midlife Crisis durch Social Chats und Jungspunt-Dienste wie Twitter und Instagram sie kalt lassen und stattdessen nur zu weiteren Höhen beflügelt. Wie wäre es denn mal mit etwas mehr Interaktivität? Sich mehr öffnen und die Information zur richtigen Zeit auf das richtige Device richtig darzustellen. Wäre das nicht mal toll? Oder wie wäre es mit etwas mehr Bewegung in ihrem Alter? Soll ja gesund sein. Eine engere Verknüpfung von Information und Bedürfnis könnte auch nicht schaden. Wir dürfen gespannt sein welche weiteren Entwicklungen im Online-Business auf uns warten und wie bzw. ob sie die E-Mail beeinflussen. Nicht, dass es ihr geht wie dem Telegramm …das wäre doch sehr schade.

Maraike Schulz

Über Maraike Schulz

Ich bin ins kalte Wasser gesprungen vor 9 Jahren und habe mich nach und nach an das Thema E-Mail-Marketing herangetastet. Dabei habe ich bei der netnomics GmbH die verschiedenen Kanäle des Online-Marketings kennen gelernt: SEM, SEO, Affiliate und natürlich immer mehr den Star der Performance: E-Mail. Das Ganze sowohl für das B2B als auch das B2C Umfeld und mit wachsender Begeisterung. Kein Medium was so lange überlebt hat, trotz dem es schon mehr als einmal tot geglaubt wurde.

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