E-Mail Marketing Agentur

Digitale Demenz- oder doch nur gelaber?

Das Internet hat das Leben von Milliarden Menschen aus aller Welt grundlegend verändert. Durch digitale Kalender, Suchmaschinen und externe Speicher verlassen wir uns immer weniger auf das eigene Gedächtnis. Laptop, Smartphone und Tablet werden immer wichtiger für den alltäglichen Gebrauch. Alles was wir wissen müssen, liegt irgendwo da draußen im Netz…

Klingt doch eigentlich ganz positiv oder? Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm fasst das Thema Internetnutzung auf eine ganz andere Art und Weise zusammen und meint, dass einer ganzen Generation die digitale Demenz drohen würde. Er veröffentlichte vor etwa einem Jahr das Buch „Digitale Demenz“ und pries auf über 300 Seiten die Nebenwirkungen von Digitalen Medien an. „Computer machen dumm, dick, süchtig und einsam. Alles was wir früher im Kopf gemacht haben, wird heutzutage von digitalen Medien übernommen. Spitzer meint, dass diese Sucht nach digitalen Medien langfristig dem Körper und vor allem dem Geist schadet.

Gehirn_klein

Dick. Dumm. Süchtig. Einsam?

Aber wie schlimm steht es denn jetzt tatsächlich um uns? Leider wurde die Glaubwürdigkeit Spitzers von ihm selbst untergraben, indem er unhaltbare und übertriebene Vergleiche darlegte:
„Während der Konsum von Alkohol, Nikotin sowie weichen und harten illegalen Rauschdrogen rückläufig ist, steigen Computer- und Internetsucht dramatisch an“.
Will Spitzer uns denn tatsächlich damit sagen, dass wir uns auf derselben Stufe befinden wie Alkoholiker, Nikotin- und Heroinsüchtige?
Auf den ersten Blick belegen Studien, die Spitzer vorstellt, diese vollkommen übertriebenen Darstellungen. Aber auf dem zweiten Blick, meinen viele Kritiker, dass Spitzer sich seine Studien so selektiert hat, damit sie zu einer ganz bestimmten Aussage führen- nämlich seiner. Über den Tellerrand zu blicken ist Spitzer leider nicht gelungen, wobei er das wahrscheinlich auch gar nicht wollte.
Dass der Umgang mit digitalen Medien teilweise Lernverluste mit sich bringen kann, haben Forscher auch schon vor Spitzer erkannt. Der Knackpunkt, dass dem gegenüber auch viele Vorteile stehen, ignoriert er allerdings. Richtig angeleitet können wir alle stark von digitalen Medien profitieren und nicht weniger, sondern mehr lernen als je zuvor. Denn Computer dienen zum größten Teil der Kommunikation und helfen Menschen, miteinander zu kommunizieren, Daten zu verwalten, sich auszutauschen und zu visualisieren. Somit hat heutzutage fast jeder Zugriff auf Wissen und das beste: Wissen ist nicht mehr statisch, sondern wird dynamisch.

Die Menge macht’s

Das Problem ist, dass Spitzer den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität verwechselt. Meint: Das Internet macht den Menschen nicht schlecht, dick, dumm oder aggressiv. Die Menschen haben einfach nur einen neuen Kanal um ihre schlechten Angewohnheiten auszuleben.
Es geht doch auch viel weniger darum, vor den von Spitzer benannten Nebenwirkungen die Augen zu verschließen oder gar vor ihnen wegzulaufen. Vielmehr müssen wir darauf achten digitale Medien in einer angebrachten Dosis zu nutzen und die Risiken nicht zu vergessen. Denn auch wenn Spitzer seinem Namen alle Ehre macht und die Dinge mehr als überspitzt darstellt, trägt das ein oder andere Argument auch Wahrheiten in sich. Somit können beispielsweise gewaltverherrlichende Inhalte in den Medien einen Einfluss auf aggressives Verhalten von Kindern und Jugendlichen haben. Jedoch muss aggressives Verhalten nicht unbedingt durch aggressive Medieninhalte verursacht sein. Grund dafür können ebenfalls soziale oder persönliche Faktoren sein.
Prof. Klaus Jantke, Fraunhofer Institut für digitale Medientechnologie hat es auf den Punkt gebracht und meint:

„Falsch ist allein die Pauschalisierung, zu sagen: Finger weg davon! Richtig ist zu sagen: Ihr könnt euren Kindern, egal in welchem Alter sie sind, so viel Mediennutzung zumuten, wie ihr in der Lage seid, sie kompetent zu begleiten. Denn wir werden die Medien nicht los. Sie werden uns immer intensiver umgeben. Der einzig richtige Weg ist, sich damit auseinander zusetzen.“

Welcher Meinung seid ihr, machen uns digitale Medien tatsächlich dumm? Oder können wir durch sie einen viel weiteren Horizont erschließen, der uns die Möglichkeit gibt immer mehr zu lernen?

Weitere Quellen:
Die Welt
Frankfurter Allgemeine
Süddeutsche Zeitung
Alltagsforschung
BR

 

Lara Dilger

Über Lara Dilger

Ich studiere Wirtschaftspsychologie im fünften Semester an der Fachhochschule Fresenius in Hamburg und interessiere mich sehr für die psychologischen Hintergründe der Werbung und deren Wirkung auf jeden von uns.
Aus diesem Grund habe ich meine Schwerpunkte auf Markt-, Werbe- und Medienpsychologie und Communication Management gesetzt. In beiden Schwerpunkten habe ich vieles über die Verknüpfung von psychologischen Modellen in der Werbung gelernt und wie die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden möglichst interaktiv und vor allem attraktiv gestaltet wird. .

Verbinden wir uns!

  • per Telefon: +49 (0) 40 / 636 0784 – 0
  • 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertung. Sei der Erste!)
    Loading...

    Kommentiere