E-Mail Marketing Agentur

Der richtige Text gibt den Ton an

Neben Newslettern gibt es vielerlei weitere Werbekanäle, die uns tagtäglich erreichen und Zielgruppen auffordern, sich mit einer Marke zu beschäftigen, um ein Produkt zu kaufen. Selbst wenn wir noch nicht unsere E-Mails beim Frühstück checken, sondern erst im Büro in die Mailbox schauen, kommen wir mit der ersten Werbung schon beim Radiohören unter der Dusche, in der Küche oder im Auto auf dem Weg in das Büro in Kontakt.  Jede Werbeform ist ein Flirt zwischen Marke und Zielgruppe. Wichtig sind bei Werbung immer die Erzählung, die Rhetorik und die Conclusion. Werbung muss Emotionen erwecken und Sicherheit geben. Und natürlich muss sie Spaß machen.

Texten für Funkspots

Da Kreativität heißt, Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehen zu können, habe ich heute eine etwas andere Text-Aufgabe im Gepäck für Euch: Die textliche Königsdisziplin in der Werbe-Kreation ist Werbung ohne Visuals, d.h. Radio-Funkspots. Und genau deswegen ist es für Menschen, die sich in ihrem Job als Entscheider, Texter, Konzepter oder Projektmanager mit Text beschäftigen, wichtig, das Thema „Text“ mal von einer ganz anderen Seite zu betrachten als im Alltagsgeschäft – gerade wenn man  in einer Agentur oder einem Unternehmen arbeitet, die keine Funkspots produziert oder abstimmt: Denn beim Texten ohne Visual fehlt etwas Wichtiges, was sonst da ist und was genau deshalb eine große Herausforderung ist und unglaubliches Lernpotential im Schreiben und Erkennen von guten Texten bietet. Und jeder, der sich im Job mit Text beschäftigen muss, täglich Copies für unterschiedliche Werbemittel abstimmt oder das Texten und Ausdenken erlernen will, sollte einmal privat für sich selbst als Kreativaufgabe und kleine Fingerübung einen guten Funkspot  schreiben, den man selbst im Radio hören will.
Denn beim Texten ohne Visual gilt: Näher kann man gutem Text nicht kommen und deshalb kann man das Texten nicht besser erlernen.  Diese Kreativ-Aufgabe schult nicht nur das Texten sondern auch ungemein die allgemeine, spontane Kreativität, denn hier ist die Aufgabe, dass die Bilder im Kopf des Gegenüber entstehen und in wenigen Sätzen eine für jeden Menschen schnell verständliche, kreative Geschichte erzählt wird.

Viele Text-Dozenten und Text-Workshop-Dozenten legen ihren Schwerpunkt deshalb zeitweise auf das Texten von Funkspots, mit dem Wissen dass viele Studenten und Workshop-Teilnehmer  in ihrem Leben keinen Funkspot mehr schreiben werden im Alltagsgeschäft,  diese Übung aber als Weiterentwicklung für jeden Texter und Entscheider gedacht ist.

Also traut Euch mal an eine kleine Fingerübung: Radiospots bestehen aus Sprache, Musik, Geräuschen und Stille. Funkspot-Texter müssen Spaß an diesem Medium haben, eine gute Idee entwickeln und diese mit den vorgegebenen, geringen Mitteln umsetzen können.

Gerade hier ist es wichtig, auf die Sprache der Zielgruppe einzugehen: Man muss den Leuten auf das Maul schauen, damit sich die Zielgruppe das fehlende Visual besonders einfach und schnell vorstellen kann. Das bedeutet im Klartext: Im Anwaltsbüro wird anders geredet als an der Theke auf St. Pauli. Die jeweilige Location muss nach paar Sekunden raushörbar sein ohne sie zu benennen und genau das ist eine perfekte Übung, um die richtige Tonalität für verschiedene Marken zu treffen und sich zu sensibilisieren auf die Identität und die Sprache unterschiedlicher Marken für das eigene Alltagsgeschäft. Meiner Meinung nach kann man Markensprachen in keiner anderen Text-Aufgabe besser erlernen zu treffen.

Es gibt verschiedene Formate für das Ohr z.B. ein Monolog, ein Dialog, ein gespielter Witz, ein Hörbuch, Musik, ein Cartoon, Comedy, ein geliehenes Format, ein Trailer, ein Interview oder einfach ein Testimonial-Charakter. Für die Ideenfindung gibt es viele Wege: Man kann eine Alltagssituation mit Wendebruch (Slice of life) verwenden,  übertreiben (bigger than life), aber auch z.B. einen Formalientrick aus einer Audio-Technik-Kreation integrieren oder einen reinen Abverkaufs-Funkspot texten, der trotzdem kreativ sein kann.

Aber wo beginnt man jetzt genau? Jedes Jahr gibt es den Ramses-Award, der die besten Funkspots auszeichnet.  Lasst Euch bei der Elite inspirieren und beginnt danach mal euren Eigenen zu texten! Einfach mal reinhören: http://www.rms.de/

Und wie geht’s weiter? Mit einer Idee für eine vorher ausgewählte Marke bzw. für ein Produkt. Auch hier gilt die 3e-Formel: Die Idee muss einfach, einfallsreich und exakt sein. Wichtig, ist, diese Geschichte in 20, 25 oder 30 Sekunden erzählen zu können, denn am Ende wird der Logo-Jingle eingebaut, der davon oft noch ein paar Sekunden Werbezeit abzieht.

Geschrieben wird der Funkspot wie ein Drehbuch eines Films mit einzelnen Regieanweisungen und den einzelnen Dialog-Texten, den die Sprecher jeweils sprechen müssen.
Wichtig ist, dass man den Funkspot, wenn er fertig ist, nicht nur nachspricht, sondern richtig nachspielt. Denn erst dann merkt man, dass er oft zu lang ist oder zu kurz und man ein Gefühl für die richtige Zeiteinschätzung, aber auch für die nötige Textlänge und die richtige Markensprache findet, denn die Kunst ist, in möglichst wenig Worten eine Geschichte so erlebbar, verständlich einzigartig und so markenspezifisch wie möglich zu kreieren.

Und für alle, die ihren Funktspot nicht nur als eigene Fingerübung für zu Hause sehen, sondern vertonen wollen:

Das Setting und die Special Effects müssen wie auch im Film-Drehbuch in einem Funkspot-Konzept genau beschrieben werden, damit der Funkspot später im Tonstudio so realistisch wie möglich vertont werden kann.  Ebenso müssen die Stimmen der Sprecher perfekt auf die Rolle der einzelnen Darsteller passen und das Sprecher-Casting muss perfekt sein. Viele Sprecher können auf eine vielfältige Auswahl von Dialekten und Stimmlagen zurückgreifen und Alltagssituationen schnell und authentisch für den letztendlich perfekten Funkspot nachspielen, das sie Schauspiel-Unterricht hatten. Manchmal werden Sprecher aus anderen Städten in das Tonstudio zugeschaltet, die ihren Text aus einem jeweils anderen Tonstudio sprechen. Am Ende wird der Funkspot von einem Producer im Tonstudio mit dem Claim und dem Logo-Jingle versehen und mit allen nötigen Special Effects fertigproduziert.

Viel Spaß beim Texten!

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