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Blogger VS Journalisten – Der ewige Krieg

Immer wieder stoße ich auf einen seit den 90er Jahren herrschenden Krieg: Journalisten VS Blogger! Und ich bin mitten zwischen den eisigen Fronten: Mir wird es langsam zu kalt! Ich fordere: Schluss mit dem mehr als 30-Jährigen Krieg!

blogger vs journalistenIch Journalist, du nix!

Ich selbst habe als freie Journalistin bei einer Tageszeitung gearbeitet und bin danach in der Redaktion einer Jugendzeitschrift gelandet. Klingt nach den klassischen Anfängen einer Journalismus-Laufbahn? Nun ja. Da sich die Zeitschrift ausschließlich über Anzeigen finanziert und ich aus diesem Grund natürlich auch Advertorials für Kunden geschrieben habe, schütteln die Welt-Verbesserer-Journalisten unter euch garantiert den Kopf und rufen laut: Advertorials, pfui! Wenn ich jetzt noch erwähne, dass ich mich bewusst gegen ein Journalismus- und für ein Medienmanagement-Studium entschieden habe, denken sich die Journalisten unter euch bestimmt: Ich Journalist, du nix!

Das Handwerk von Bloggern und Journalisten

Auf ein ähnliches Phänomen stoße ich seit Beginn meines Praktikums bei netnomics. Einen Großteil meiner Arbeitszeit verbringe ich mit dem Schreiben von Blog-Beiträgen. Oder sind das schon Artikel? Wo liegen da eigentlich die Unterschiede? Ich halte die Grundregeln ein, die ich bereits in der ersten Woche als Journalistin bei der Tageszeitung gelernt habe: aktiv statt passiv, Hilfsverben meiden, vergangenes Jahr statt letztes Jahr und so weiter… Natürlich habe ich die Möglichkeit meine Meinung mehr einzubinden. Aber wo liegt der Unterschied zu einem Journalisten, der eine Glosse, einen Kommentar oder ein Essay schreibt? Handwerklich gesehen arbeiten Blogger und Journalisten sehr ähnlich, wenn nicht sogar gleich!

Trotzdem wird mein Blogger-Ich als unglaubwürdiger Möchte-Gern-Journalist abgestempelt, während mein Journalisten-Ich eine ähnliche Wirkung wie Mutter-Theresa auf die Menschen hat. Dabei spüre ich bei der Arbeit keine Unterschiede.

Ein Buch nicht nach dem Umschlag beurteilen!

Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Ein Journalist ist jeder, der irgendwas irgendwo egal wie gut oder schlecht veröffentlicht. Egal ob eine seitenlange Reportage in der FAZ oder ein Dreizeiler in der Gala. Ein Blogger ist jemand, der Texte schreibt, die auf einem Blog veröffentlicht werden. Egal ob politische Satire mit einem Recherche-Aufwand von mehreren Tagen oder ein Foto im neuen H&M-Outfit alle paar Tage.

Zeit die künstliche Grenze aufzuheben!

Es sind nicht alle Journalisten investigativ und nicht jeder Blogger hat etwas mit Mode zu tun! Schmeißen wir alle Klischees über Bord, müssen wir zugeben: Blogger oder Journalist … eigentlich ist das total egal! Was zählt sind leidenschaftlich und gut recherchierte Inhalte. Und auch wenn die Journalisten unter euch sich jetzt von ihrem Thron gestoßen fühlen und behaupten ich wäre zur dunklen Seite konvertiert: Hat ein Blogger, der pro Klick verdient (und somit für sein Talent bezahlt wird), nicht einen höheren Anspruch als ein Journalist, der sein Geld pro Zeile bekommt (selbst wenn sich niemand für seinen Beitrag interessiert)?

PS: Ich habe bei Google die Frage Journalist oder Blogger? eingegeben. Das erste Ergebnis ist eine Seite namens Journalisten bloggen. Das sollte eigentlich alles sagen 😉

Als was seht ihr euch? Blogger, Journalist, bloggender Journalist oder Blogger mit journalistischen Ansprüchen?

Über Franka Pohl

Ich habe Medienmanagement studiert und unterstützte als Social Media Managerin das Team von netnomics. Meine Aufgaben liegen in der Betreuung von Kunden-Blogs und der Auswertung von Facebook-Fanpages. Erfahrungen habe ich in der Online-Redaktion eines Anzeigenblattes gesammelt, weshalb mich Corporate Publishing besonders begeistert.

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