Jeder hat Angst vor irgendetwas. Meine Angst: Ohne Handy unterwegs sein. Das Ganze trägt den Namen Nomophobie. Mir war klar, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Kürzlich war es dann soweit: Ich stand vor dem Haus – ohne Handy und ohne Schlüssel! Der Albtraum beginnt.

Als ich bemerkt habe, dass ich mich ausgeschlossen habe, dachte ich mir noch: „Was solls? Endlich lohnt sich der hinterlegte Ersatzschlüssel!“ Beim Griff in die Handtasche wurde ich nervös. Denn meine Finger stießen nicht wie gewohnt gegen die Hülle des Handys. Na nu? Hatte ich es nicht in die kleine Seitentasche gepackt? Hoffnungsvoll durchsuchte ich den großen Innenraum der Tasche. Ohne Erfolg.

Smartphone-SuchtTja, wie sagt man seinem Freund Bescheid, dass er den Ersatzschlüssel vorbeibringen muss, wenn man kein Handy hat? Ich kann ja nicht mal meine eigene Nummer auswendig. Die Situation war so komisch und lustig … normalerweise hätte ich sofort einen Post auf die Facebook-Gemeinschaft losgelassen. Aber wie nur, ohne die App auf dem Smartphone?

Selten habe ich mich so sehr gefreut, zur Arbeit gehen zu dürfen! Denn dort steht mein Computer mit Internetzugang! Juhu! Immerhin einen Teil der Web 2.0 habe ich mir somit zurückerobert. Aber ein Foto bei Instagram hochladen? Vom Computer aus unmöglich. Ich fühle mich wie eine halbe Social Media Managerin. Das Verrückte: Ich habe sogar Phantom-Schmerzen. Andauernd bin ich der Meinung, mein Handy hat vibriert.

Warum ich so panisch werde ohne mein Handy? Es ist Arbeitsinstrument, Adressbuch, Telefon, Computer, Kamera, Navigationsgerät, Wecker, MP3 Player und Lexikon in einem. Wie ein ganzer Tag ohne Handy aussehen würde? Ich verschlafe, kann im Büro keine Musik hören, kann keine Fotos machen, weiß nicht, welche Zutaten ich für Muttis Kuchen brauche. Ihr lacht. Aber in Deutschland gibt es rund 41 Millionen Smartphone-Nutzer. Es wird vermutet, dass 2/3 unter Nomophobie leiden. Stellt euch doch einmal selbst vor, wie euer Tag ohne Smartphone aussehen würde.

Über Franka Pohl

Ich habe Medienmanagement studiert und unterstützte als Social Media Managerin das Team von netnomics. Meine Aufgaben liegen in der Betreuung von Kunden-Blogs und der Auswertung von Facebook-Fanpages. Erfahrungen habe ich in der Online-Redaktion eines Anzeigenblattes gesammelt, weshalb mich Corporate Publishing besonders begeistert.

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