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Folgendes Szenario: Morgens. Arbeit. Den Kaffee fest in  der rechten Hand umschlungen. Gut, die Laune ist nicht auf dem Höhepunkt der Gefühle, aber wir versuchen trotzdem eine gewisse positive Energie auszustrahlen und mit einigermaßen guter Laune in den Tag zu starten. Wir lächeln unsere Kollegen an, machen ein bisschen Small-Talk und setzen uns an unseren Platz – so weit, so gut. Langsam wirkt der Kaffee und wir fühlen uns immer besser. Doch dann knallt die Tür und unser Kollege stürmt in das Büro mit mehr als einem  „sieben Tage Regenwetter-Gesicht“. Motzig spricht er uns auf die längst erledigte Aufgabe an, die aber immer noch auf unserem Bürotisch liegt. Die negative Energie ist verströmt und die Stimmung im Büro ist dahin… So, oder so ähnlich läuft es in verschiedensten Situationen in unserem Leben ab. Der Grund: Spiegelneurone! Egal ob negative oder positive Emotionen: Im direkten Kontakt zu anderen Menschen lassen wir uns schnell von ihren Emotionen beeinflussen und übernehmen diese.

Aber inwiefern korreliert dies auch mit Kontakten in unserem digitalen Freundeskreis?

Dieser Frage sind Nicholas Christakis (Yale University) und James Fowler (California University) auf den Grund gegangen.

Bist du glücklich?

Die beiden Forscher fanden in einer Langzeitstudie über 20 Jahre und etwa 4700 Probanden heraus, dass die Wahrscheinlichkeit glücklich zu sein um 34 Prozent steigt, wenn unser direkter Nachbar ebenfalls glücklich ist – egal ob im Büro, oder in der Wohnsiedlung.

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Anscheinend reicht es aber auch schon vollkommen aus, Statusnachriten unserer Freunde auf Facebook lesen, um unsere Gefühle zu beeinflussen. In der vorliegenden Studie werteten die Wissenschaftler nun mehr als eine Milliarde Statusmitteilungen von mehr als 100 Millionen Facebook-Usern aus. Eine Software konzentrierte sich dabei vor allem auf Schlüsselwörter mit emotionalem Inhalt. Hierbei stellte sich heraus, dass die User deutlich glücklicher am Wochenende oder an Urlaubstagen waren, als in der Woche. Außerdem spielte das Wetter eine Rolle: An sonnigen Tagen war die Laune deutlich besser, als an Schlechtwettertagen.

Da die Beeinflussung des Wetters eine Störvariable darstellte, filterten Christakis & Fowler diesen Effekt heraus. Und tatsächlich verschlechterte sich die Laune von Facebook Usern in Städten, in denen die Sonne schien trotzdem.

Ein kleines Beispiel: Ein regnerischer Tag in New York City zog den Forschern zufolge durchschnittlich 700 negative Nachrichten von Facebook-Mitgliedern in anderen Städten nach sich – Städten, in denen es zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht regnete.

Man konnte also feststellen, dass auf Facebook übermittelte Gefühle von Menschen an einem Ort, die Stimmung von Nutzern an einem anderen Ort beeinflussten. Das funktioniert natürlich nicht nur bei negativen Emotionen, sondern auch bei positiven. Also ran an die Smartphones und positive Nachrichten verbreiten, damit wir alle glücklich werden?

Die Facebook Depression

Ein weiterer wichtiger Punkt, den ich nicht vorenthalten möchte, ist die Facebook Depression. Eine amerikanische Studie zeigt, dass Facebook unglücklich macht. Aber warum? Laut Kognitionspsychologie neigen wir zu Attributionsfehlern, indem wir versuchen den Charakter eines Menschen aufgrund seines gezeigten Verhaltens zu erklären. Und genau dieser Attributionsfehler zeigt sich auch bei Facebook.

Jeder von uns hat bestimmt mindestens eine Person in seiner Freundesliste, die ständig postet, wie toll das Leben doch ist, dauernd draußen ist, so vieles erlebt und immer neue Menschen trifft. Dieser Mensch muss also glücklich sein, interpretiert unser Wahrnehmungsapparat, der bei seinen vorschnellen Urteilen oft die Situation außer Acht lässt.

Dazu kommt noch ein weiterer Fehler: Unsere Wahrnehmung lässt uns denken, dass das Leben der anderen um einiges besser ist als unser eigenes. Dieser Fehler  nennt sich in demFall Verfügbarkeitsheuristik. Heuristiken sind Faustregeln, die wir anwenden, wenn für ein Urteil nicht genügend objektive Informationen vorliegen. Für eine Studie wurden 425 Studenten der Universität in Utah befragt und es stellte sich heraus, dass Menschen mit vielen virtuellen Freunden eher Stress bei der Nutzung von sozialen Medien verspüren. Durch den ständigen Vergleich der vermeintlich glücklicheren Menschen, können Menschen so schneller Symptome einer Depression zeigen.

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Bekommen wir denn nun durch positive Nachrichten in sozialen Medien eher gute oder schlechte Laune? Werden wir durch bestimmte Statusnachrichten depressiv oder verstärken sich einfach unsere eigenen Emotionen?

Lara Dilger

Über Lara Dilger

Ich studiere Wirtschaftspsychologie im fünften Semester an der Fachhochschule Fresenius in Hamburg und interessiere mich sehr für die psychologischen Hintergründe der Werbung und deren Wirkung auf jeden von uns.
Aus diesem Grund habe ich meine Schwerpunkte auf Markt-, Werbe- und Medienpsychologie und Communication Management gesetzt. In beiden Schwerpunkten habe ich vieles über die Verknüpfung von psychologischen Modellen in der Werbung gelernt und wie die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden möglichst interaktiv und vor allem attraktiv gestaltet wird. .

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