Wir schauen bestürzt nach Paris und gedenken der Opfer. Auch heute am Weltfriedenstag sind alle in Alarmbereitschaft von einer Beruhigung der Zustände kann keine Rede sein. Wir wollen heute aus Social Media Perspektive einen Blick auf die Ereignisse werfen. Bereits bei den Anschlägen im Januar hat es im Web massive Bewegungen unter dem Hashtag #jesuischarlie gegeben. Was hat sich diesmal im Social Web getan?

social media krisen

Twitter – Echtzeitberichterstattung

Den Micro-Blogging-Dienst Twitter gibt es seit 2006. Die Besonderheit: Alle Kurznachrichten (Tweets) werden chronologisch abgebildet. Über Hashtags lassen sich leicht die aktuellen Tweets zu einem Thema abbilden.

Was bedeutet das in Krisenzeiten? Aufgrund der Echtzeitgeschwindigkeit der Tweets greifen sogar renommierte Nachrichtenmagazine auf Twitter als Informationsquelle zurück. Hier stehen ungefiltert die Informationen, die teilweise sogar von Menschen vor Ort getwittert wurden. Twitter erlaubt es uns die Ereignisse aus Sicht der Menschen live mitzuerleben und schnell darauf reagieren zu können. Aber auch Anteilnahme wird hier Kund gegeben. So war der häufigste Hashtag am Tag nach den Anschlägen in Paris #NousSommesUnis sowie #ParisAttacks.

Facebook – Slacktivismus und Anteilnahme

Das größte soziale Netzwerk mit monatlich 1,44 Mrd. Nutzern ist Facebook. Facebook gibt vielen Menschen die Möglichkeit sich zu politischen Zuständen zu äußern. Natürlich sind auch hier viele Reaktionen zu den Vorgängen in Paris zu lesen. Besonders auffällig ist hier aber der sogenannte Slacktivismus.

Slacktivismus …. Was ist das? Das Wort setzt sich aus Slacker und Aktivismus zusammen. Es bedeutet also nichts anderes als vorgetäuschter Aktivismus. Facebook hat ein Tool erstellt, mit dem sich zu bestimmten Anlässen das Profilbild bearbeiten lässt. So durfte nach dem Urteil für die Erlaubnis der Homo-Ehe in allen Staaten der USA das Profilbild in Regenbogenfarben getauft werden. Diesmal sind es die Farben der Tricolore, die das Profilbild gefühlt jedes zweiten Facebook-Freundes schmücken.

Natürlich ist die Zahl der Betroffenen unglaublich und es ist rührend, wie die Welt in Zeiten des Terrors zusammenrückt. Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass laut einer Studie aus dem Jahr 2014 nur 1 Prozent der vorgegebenen Aktivisten auch tatsächlich bereit wären, ihre Unterstützung anzubieten.

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Instagram – Bilder, die um die Welt gehen

Seit 2010 ist Instagram stetig gewachsen. Täglich landen hier mehr als 20 Millionen Bilder von Nutzern. Auch hier ist die Anteilnahme groß. Unter dem Hashtag #prayforparis findet man mehr als 6 Millionen Einträge. Unter #jesuisparis befinden sich immerhin mehr als 200.000 Einträge.

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ACHTUNG! Alle aufgeführten sozialen Netzwerke gibt es erst seit 2004 und später. Unvorstellbar, aber: Das bedeutet, dass die Anschläge auf New York am 11. September im Jahr 2001 völlig ohne die Begleitung durch soziale Medien geschehen sind. Natürlich wurden uns dadurch einige grausame aber wahre Bilder erspart. Allerdings konnten sich die Menschen vor 14 Jahren auch nicht bei ihren Liebsten melden oder eine sichtbare Einheit gegen den Terror darstellen.

Über Franka Pohl

Ich habe Medienmanagement studiert und unterstützte als Social Media Managerin das Team von netnomics. Meine Aufgaben liegen in der Betreuung von Kunden-Blogs und der Auswertung von Facebook-Fanpages. Erfahrungen habe ich in der Online-Redaktion eines Anzeigenblattes gesammelt, weshalb mich Corporate Publishing besonders begeistert.

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